Telezoom für 70€ - Geht das? Altglas Review Canon FD 80-200mm f4 S.S.C

CanonFD80-200mmf4_SonyAlpha6000

Wer sich ein modernes, lichtstarkes Telezoom Objektiv zulegen will, muss hierfür schnell 1000 Euronen hinblättern. Eine wilkommene, erheblich günstigere Alternative ist Altglas. Ich habe für euch das ca. 30 Jahre alte Canon FD 80-200mm mit einer durchgehenden Lichtstärke von f4 an einer modernen Systemkamera gestet. Ein gutes, kratz- und pilzfreies Exemplar bekommt man für 70€. Weitere 20€ müsst ihr dann noch für einen passenden Adapter investieren (meine Empfehlung: Adapter von K&F Concept).

 

Die Frage ist: Kann das Ganze gute Bilder liefern?
Die Kurzantwort ist JA! Doch gehen wir etwas mehr ins Detail:

 

Verarbeitung
Die Verarbeitung ist ein Traum. Alles bis auf die Griffflächen ist aus Metall. Zum Verstellen der Blende, der Brennweite und des Fokus sind 3 Ringe hintereinander angeordnet. Bei dem vorgestellten Modell handelt es sich um einen Drehzoom, was ich personlich bevorzuge. Es gibt jedoch auch andere Modelle mit Schiebezoom. Das Objektiv verfügt über eine Sonnenblende, welche aufgeschoben werden kann. Die Blende ist ebenfalls aus Metall und von innen mit Filz zur Minimierung von Reflektionen ausgebettet. Absolut hochwertig.

 

Bildqualität
Die Schärfe ist gut. Nicht sehr gut, aber auch nicht schlecht. Wem das nicht reicht, der kann auf die gehobene Variante 80-200mm f4L ausweichen. Die L-Version gilt als eins der besten jemals produzierten Telezoom-Objektiven, ist jedoch auch entsprechend rar und kostet um die 300 Euronen. Zurück zu der günstigen Variante: Chromatische Abberationen sind schon ein Thema, vorallem bei Offenblende. In Zeiten der digitalen Bildbearbeitung jedoch mit einem Klick behoben. Mir gefällt vorallem die harmonische, satte Farbdarstellung. Das macht für mich den Charme von Altglas aus. Deswegen bearbeite ich diese Bilder auch nur dezent. Aber seht selbst: Links komplett unbearbeitet (auch keine kamera-interne jpeg-Bearbeitung), rechts eine dezente RAW-Entwicklung:

Handhabung
In der ersten Zeit mit dem Objektiv habe ich viel geflucht. Fokussieren will mit diesem Objektiv geübt sein. Insbesonders, wenn das Objekt eurer Begierde 7-30 Meter entfernt ist, da hier die minimalste Drehung des Fokusrings über scharf und unscharf entscheidet. Fokussieren mit der Kamerafunktion Focus Peaking alleine ist nicht zu empfehlen. Eine Ausschnittsvergrößerung ist bei jedem Bild notwendig.
Problematisch ist auch, dass  Fokus- und Brennweitenring sehr leichtgängig sind. Kommt man hier aus Versehen kurz dran oder legt die Kamera kurz ab, so muss wieder neu fokussiert werden. Das kostet Zeit. Für Situationen, in denen ihr schnell reagieren müsst, ist das Objektiv daher ungeeignet.
An diese kleinen Makel gewöhnt man sich jedoch schnell und lernt damit umzugehen.

 

Zusammenfassend kann ich das Objektiv definitiv empfehlen. Und 70€ ist in der Photografiewelt ja nix! Hinterlasst mir Feedback, Fragen und eure Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren!
Abschließend noch ein paar Beispielaufnahmen. Peace out.

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Kommentare: 1
  • #1

    Nikonfdfreak (Samstag, 23 Juli 2016 22:15)

    Teste mal den guten alten Polfilter auf deinem Altglas

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